7. August 2019, Redaktion
Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärt Klimaziele zur Priorität.
Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in ihrer Bewerbung angekündigt, die Klimaziele weit oben auf der Agenda zu setzen. Klimaneutralität 2050 sei ein Muss. Dies könnte auch mit ambitionierteren Klimazielen für 2030 einhergehen.
Damit erhält das Ziel der Klimaneutralität 2050 neuen Rückenwind. Von der Leyen hat ebenso vorgeschlagen, „das europäische Klimaziel von 40 Prozent auf 50 Prozent erhöhen zu wollen“. Zudem plädierte sie dafür, dass CO2 einen Preis haben müsse. Finnland bemüht sich indes ebenso im Rahmen des EU-Ratsvorsitzes, die Behandlung der Langfrist-Strategie voranzutreiben, um spätestens im Oktober oder Dezember 2019 eine politische Einigung im Europäischen Rat auf eine möglichst ambitionierte Emissionsreduktionsstrategie für die EU zu erreichen. Diese Ziele sind jedoch nicht ohne eine Umlenkung von Investitionen sowie vermehrte Investitionen in allen Gesellschaftsbereichen erreichbar. Dafür ist wiederum die Absicht der EU von Belang, Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Finanzsystem stärker zu verankern. Mit der Vorstellung des über 450 Seiten starken Berichts der von der EU-Kommission eingesetzten Technical Expert Group liegt ein Vorschlag für eine Taxonomie (Klassifizierungssystem) am Tisch, die klärt, welche Aktivitäten als nachhaltig einzuschätzen sind und welche nicht. Der Bericht gilt als Meilenstein in der Diskussion rund um „Sustainable Finance“.
Immer mehr Länder verankern Klimaneutralität in ihren Gesetzen: Großbritannien und Frankreich wollen dieses Ziel bis 2050 erreichen, Finnland gar schon 2035, Island im Jahr 2040 und Schweden 2045. Die Definition von Klimaneutralität lässt zwar einige Spielräume, aber es ist zu erwarten, dass immer mehr Staaten Klimaneutralität in die eigene Gesetzgebung fließen lassen und der Investitionsbedarf steigen wird.